Dienstag, 21. August 2012

Buchstabenzählen #2 - Im Vorzelt zur Hölle...

...verteilt der Teufel Gratislacher.

Und die kann ich grad brauchen. Ich bin urlaubsreif, und zwar so richtig. Wäre ich eine Banane, dann wäre nur noch wenig gelb an mir zu sehen, es würde in Richtung matsch-braun gehn. Noch dauert es aber ein paar Wochen bis ich meine Büroauszeit bekomme, und was macht man da? Man vertreibt sich die Zeit mit Geld-für-Eis-ausgeben, Sofakissen-runterdrücken, Extrem-Luft-im-Büro-verdränging (*terrooooooor*) und Lesen.

Über das Buchcover könnte man Streiten, aber die inneren Werte zählen ja...


Über das Buch "Das Vorzelt zur Hölle" bin ich auf Facebook gestolpert. Nachdem ich die Mara-Bücher von ihm so toll fand (siehe Rezi) hab ich den Autor Tommy Krappweis einfach mal gefreundeslistet. Irgendwann tauchte da dann das erste mal ein Hinweis auf sein neues Buch auf. Ich bin kein Mensch für Reiseberichte oder Biographien, aber nach ein paar Teasern (auch über die Doppel-DVD zum Buch) ging es dann nicht mehr anders. Buchverkäufer - activate!

Wenn ich schon selber keinen Urlaub hab, dann les ich wenigstens über jemanden, der im Urlaub leidet! Das machts vielleicht einfacher. So!

Naja, auch das stimmt eigentlich nur halb: 50% des Autorenduos aus Vater und Sohn leidet, der andere hat die Zeit seines Lebens(jahres).

Aber worum geht es eigentlich? In allergröbsten Sinn geht es um das Familiencampen in der Kindheit von Tommy Krappweis. Aber nicht so, wie der Standarddeutsche campen geht, auf festen Plätzen mit gemähtem Rasen, Lattenzaun drumrum, Mittagsruhezeiten und einem netten Dusch-Klo-Waschraumhäuschen. Das wäre wahrscheinlich ein relativ langweiliges Machwerk. Nein, es geht so richtig rustikal-urig zu: Das Zauberwort heißt Wildcamping.

Familie Krappweis betetrist ihren VW-Bus in mühevollster Puzzlearbeit und macht sich dann auf den Weg Richtung Süden ins "Egal, es ist überall heiß und scheiße"-Land (O-Ton Tommy). Die Eltern finden es toll, Junior ist aber mehr so der Legobauer, Stopmotionfilmer und Leser und hat so überhaupt keine Lust auf Campen in abgelegenen Buchten. Wer kann es ihm verdenken? Nach der Lektüre von "Das Vorzelt zur Hölle" klingen meine Erinnerungen an Nordseecamping wie ein Trip ins Eiscafé nebenan. Ich hatte Quallen im Sand, er einen Seeigel im Fuß. Ich war Wattwandern, er bricht auf dem Weg zum Klo in einen Termitenhügel. Wir fuhren über die Autobahn, die Familie Krappweis kürzt über einen steilen Bachlauf ab.

Manche der Geschichten klingen so unglaublich, dass man sie beinahe der Phantasie von Tommy zuschreiben könnte. Die Stories, die nicht gerade lebensgefährlich waren, waren einfach (aus der Ferne betrachtet) urkomisch. Würde ich schlechte Wortspiele lieben (*hust*) würde hier jetzt stehen: Das Buch zeigt, dass die Mehrzahl von Krappweis nicht Krapp-weise ist.

Alkoholtarnung ist wichtig... mouzo nicht jeder wissen...

Ein paar Worte zur DVD:

In launiger Runde berichten "Zeitzeugen" von ihrer Version der Geschichte. Hier treffen definitiv Welten aufeinander die unterschiedlicher nicht sein könnten. Beim Thema Wildcampen in den 70ern gibt es kein grau, nur neumondnachtschwarz (bewölkt) und saharasonnengrellweiß. Die Geschichten aus dem Buch werden alle nochmal aufgearbeitet und mit alten Super-8-Filmchen und tollen Comics untermalt. Wobei ich mich frage, was aus dem kleinen Blondschopf geworden ist... an der erwachsenen Version von T.K. ist nichts (sichtbar) blondes mehr dran.

Wer sich fragt, woher Krappweis Junior sein Talent zum Geschichtenerzählen hat, der braucht nur ein paar Minuten Krappweis Senior zuzuhören. Da sieht man, dass der Apfel doch nicht sooo weit vom Stamm gefallen ist... der Apfel stammte halt nicht vom Campingast.

Ein paar Teaser von der DVD finden sich auf der Homepage http://www.dasvorzeltzurhoelle.de

Ganz unerschrockene können sich noch an folgendem Spielchen versuchen (auf eigene Gefahr... ):
Jedes Mal, wenn Papa Krappweis eine tolle Idee hat -> 1 Ouzo
Jedes Mal, wenn klein Tommy keine Lust hat -> 1 Ouzo

Jedes Mal, wenn Lebensgefahr besteht -> 2 Ouzo
Bei "kreativem Einsatz von Material" -> 1 Ouzo
Papa Krappweis sagt: "ah geh...so gefährlich wars garnicht" -> 1 Tequlia
...Nach erfolgreichem Überleben -> 1 Jägermeister

Dann wirds zwar schwer mit der kompletten DVD auf ein Mal, aber hey... die Leber ist ja nicht nur da weil sonst ein Hohlraum im Bauch wäre...Der Ouzo  hat übrigens durchaus einen Bezug zum Buch/DVD. Was verrat ich aber nicht.


prostartig, einfach prostartig!

Fazit:

Es gibt definitiv sowohl beim Buch als auch bei der DVD viel zu lachen! Und sorry an Tommy, aber Mitleid will nicht so recht aufkommen, dazu machen die Geschichten viel zu viel Spaß!

Kommentare:

  1. Der Flaschenüberzug... ich brech zusammen...

    wie GEIL IST DAS DENN!

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    1. nicht zusammenbrechen! Das wär irgendwie schlecht!

      Wenn dann erst nach der Signieraktion und der RingCon....

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  2. "Betetrist" (gar nicht so leicht richtig zu tippen) ist aber auch eine tolle Wortschöpfung. Und das Trikot für den Ouzo...! Wenn ich Buch und DVD nicht schon hätte - ich bin auch über (eine Lesung der) Mara-Bücher angefixt worden -, bräuchte ich sie nach dieser Rezension unbedingt. Danke für die erneuten Lacher!

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    1. gern geschehn!
      wie war das mit dem Trend zum Zweitbuch?

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