Montag, 16. April 2012

Nerdvana #1 – Pottermore

Wie so viele Harry Potter Fans habe auch ich mich lange darauf gefreut. Endlich ist es so weit: Pottermore ist für die breite Masse geöffnet! Nach sieben Büchern und 8 Filmen ist die Pottermania noch lange nicht vorbei, und das ist auch gut so. In Disneyworld gibt’s Hogsmeade, in London kann man durch die Originalkulissen laufen und wer sich das alles nicht leisten kann der kann jetzt im Netz weiter in die Welt von Harry, Ron und Hermine eintauchen.

Mein erster Eindruck (und nur der) war eher ein frustrierender. Aber was will man erwarten, wenn man sich am Eröffnungsabend registriert. Ich bin irgendwann ins Bett gegangen weil meine Bestätigungsmail einfach nicht kommen wollte. Dafür war am nächsten Tag dann endlich die Mail da. Die Registrierung selbst ist sehr einfach, wie es sich auch gehört. Immerhin ist die große Masse der Pottermoristas höchstwahrscheinlich minderjährig. Leider kann man sich seinen Usernamen nicht selbst ausdenken sondern kann nur aus ein paar Vorschlägen einen aussuchen. Das ist etwas schade, wenn auch nachvollziehbar. Wenigstens sieht man so keine 213 Harrys, 198 Hermines und genauso viele Dracos. Die Namen sind alle aus „magischen“ Wortteilen zusammengesetzt und passen in die Welt: CloakAccio3750 ist meiner, dann gibt es auch sowas wie FelicisLight, DragonAuror, RuneMarauder usw.

Wenn man dann soweit ist heißt es „Herzlich Willkommen in Little Whinging“! Pottermore ist in die Bücher und deren Kapitel aufgeteilt und man beginnt seine Reise dort, wo man auch den Buch-Harry das erste Mal trifft: Am Abend, als Dumbledore ihn auf die Schwelle der Dursleys legt. Zu jedem Kapitel des Buches gibt es 2 oder 3 interaktive Bilder, die das gelesene veranschaulichen. Man kann die Bilder durch Doppelklick 2 Mal vergrößern und findet oft auch allerlei praktische Dinge die man aufnehmen kann: Zaubertrankzutaten, Schokofroschkarten, goldene Galleonen, Schulbücher usw. Zusätzlich zu dieser kleinen Entdeckungsreise gibt es weiterführende Infos von JK Rowling, eine davon ist z.B. die Lebensgeschichte von McGonagall.

Harrys erster Besuch in der Winkelgasse wird dann auch für den Pottermorista zum Erlebnis: Man bekommt ein Verlies in Gringotts mit einem Startkapital, kann Einkaufen gehen und bekommt bei Ollivander seinen Zauberstab. Der Zauberstab sucht in der Geschichte den Zauberer aus, so ist es auch bei Pottermore: Der User beantwortet ein paar Fragen und bekommt dann seinen Zauberstab. Meiner ist aus Pinienholz mit einem Kern aus Phoenixfeder, 14 ½ Zoll lang und recht biegsam.

Ab nach Hogwarts: Worauf jeder insgeheim gewartet hat kommt nicht lang danach. Der Sprechende Hut weist den User seinem Haus zu. Ähnlich wie beim Zauberstab müssen ein paar Fragen beantwortet werden bevor der Hut seine Entscheidung fällt. Genauso wie beim Stab ist auch diese Entscheidung endgültig und kann nicht wiederholt werden. Wer hätte gedacht, dass ich nach Gryffindor passe? Ich wollt eigentlich nach Ravenclaw… mal schaun ob ich meine Kostümpläne für die RingCon jetzt ändere.

Von diesem Zeitpunkt in der Geschichte geht es um den Hauspokal! Ab jetzt kann man durch Zauberduelle und fehlerfreies Zaubertrankbrauen Punkte für den Hauspokal sammeln bzw. im Fall fehlerhafter Brauerei auch verlieren. Je mehr Zauber/Rezeptbücher man in der Story findet desto mehr verschiedene Dinge kann man anstellen. Gerade für kleinere Kinder wird es nicht so ganz einfach sein zu brauen bzw. zu zaubern, man braucht ein gewisses „Mausgefühl“ dazu. Zaubern funktioniert, in dem man mit der Maus die „Zauberstabbewegung“ möglichst akkurat nachklickt. Brauen ist etwas komplizierter: Nach Rezept müssen Zutaten gemörsert, zusammengemischt und bei verschiedenen Temperaturen gekocht werden. Dann heißt es erst mal warten: Je nach Kessel müssen die Tränke auch mal 45 Minuten köcheln bevor es weitergeht. Auch das alles auf Zeit, sonst kann der Kessel explodieren.

Momentan ist nur „Harry Potter und der Stein der Weisen“ frei geschaltet, die anderen Bücher werden folgen.

Mein Fazit:
Die Möglichkeit, Harry Potter noch mal als „geführten Diavortrag“ zu erleben ist toll! Der Durchgang durch die Geschichte mit den Bildern ist wunderschön gemacht und die Zusatzinfos von JK Rowling sind wirklich interessant. Ich freue mich schon auf die nächsten Bücher!

Die angebotenen Aktivitäten zum Thema Hauspokal sind auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten. Ich denke, dass es irgendwann langweilig wird wenn man sich nur duellieren oder Tränke brauen kann. Vielleicht kommt da mit den anderen Büchern auch noch was dazu.

Um eine richtige Fan-Community zu sein fehlen einige grundlegende Dinge wie z.B. die Möglichkeit, Usern Nachrichten zu schreiben oder eine Art von Gästebuch/Blog zu führen. Man kann sich zwar gegenseitig kleine Geschenke schicken, aber auch das nur ohne Kommentar. Das ist aus Jugendschutzgründen auch völlig OK so, macht es allerdings schwierig für Leute, die sich auch mal so unterhalten wollen. Es gibt zwar pro Haus, Pro Kapitel und pro Charakter Kommentarmöglichkeiten, aber bei den Unmengen von Usern ist das nicht wirklich kommunikativ. Wenigstens gibt es die Möglichkeit, Freunde für sich selbst umzubenennen um bei den ganzen generischen Namen den Überblick zu behalten.

Pottermore macht Spaß.

Kommentare:

  1. Hm, was du so schreibst klingt verlockend... ich hab schon gehört dass es einigen sehr langweilig erscheinen soll.
    Wie du das jetzt beschreibst klingt es fast nach dem Computerspiel. Zum 6. Band musste man da auch mit der Maus den Zauberstab führen und Tränke brauen etc.
    Immerhin ist Pottermore dann kostenlos ^^

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    1. Mir gefällt der "Buchdurchgang" am besten. Ich werd den vermutlich nochmal machen, dann mit dem Buch daneben. Lesen, das Bild anschauen, weiter lesen. Das könnte ganz nett sein :)

      Die Spielchen wie zaubern und brauen sind nicht soooo meins. Ich bin aber auch eher nicht die Zielgruppe mit meinen 30+ an Jahren :D Es ist nett, man kanns mal machen, aber mehr auch nicht. Vielleicht kommen mit jedem neuen Buch auch neue Spielchen, wer weiß, vielleicht ist dann was dabei.

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