Samstag, 28. April 2012

Nerd Bastelei #2 - Armreife der weiblichen Tusken Raider

Eines meiner liebsten Kostüme in der, mittlerweile doch recht ansehnlichen, Sammlung ist ein weiblicher Tusken Raider. Dieses Kostüm kennen die wenigsten, denn in den Filmen selbst kommen die werten Damen nur sehr kurz vor. Wer sich nicht an sie erinnern kann der darf sich "Episode 2 - Angriff der Clonekrieger" nochmals zu Gemüte führen. Kleiner Tip: Nicht blinzeln, sie sind kurz vor Anakin über das Tuskendorf herfällt grad mal 3 oder 4 Sekunden im Bild. Das Kostüm ist also was für Freaks... nettere Zeitgenossen nennen dieses Kostüm "Für Kenner".

Da ich selber ein schönes Pärchen linke Hände habe wenn es um Nähmaschinen geht kann ich über den Entstehungsprozess der Stoffteile wenig schreiben. Außer vielleicht: Herzlichen Dank an die Kostümschmiede in Stuttgart.

Ich bin vorhin beim Aufräumen meiner Festplatte über die Bilder der Armreifen gestolpert, die habe ich selber gemacht, darüber kann ich was schreiben! Die Bilder sind schon mehrere Jahre alt, aber immernoch aktuell.

Zuallererst braucht man für so ein Projekt gute Referenzbilder. Mit Screenshots von der DVD kommt man dabei leider nicht weit. Die Rettung in diesem Fall ist ein sehr sehr gutes Buch! Trisha Biggar, die Kostümbildnerin aller neuer Star Wars Filme, hat einen grandiosen Bildband über die meisten Kostüme herausgebracht. In den viele Detailfotos wird erst so richtig deutlich welche Arbeit in den Roben und Kleidern steckt. Das Buch heißt übrigens "Dressing a Galaxy". Nach diesen Referenzen haben wir für mein Kostüm die Stoffe nach Struktur ausgesucht. Auch die Vorlagen für die Armreifen sind nach den Bildern aus dem Buch entstanden. Im ganz direkten Vergleich sind meine zwar dilettantisch, aber egal.






Als Grundmaterial habe ich mich für Fimo entschieden. Das ist leicht zu verarbeiten, verzeiht Fehler und man kann es selber im Backofen härten. Außerdem hat es nach dem Backen noch eine gewisse Flexibilität so dass es nicht bei der kleinsten Belastung bricht. Als Farben habe ich verschiedene Erdtöne gemischt. Zur Ausgestaltung habe ich mir einen Satz Bastelmesser gegönnt. In dem Set waren nicht nur gerade Klingen sondern auch V-förmige, U-förmige und welche die quasi 4eckig schneiden können. Als Unterlage habe ich ein altes Tischset aus Plastik verwendet, das ist glatt und überträgt im Gegensatz zum Holztisch keine Maserung auf das Fimo.

Für die Länge der Fimobahn einfach einmal um den Arm rum messen und etwas Material für die Armwickel die darunter getragen werden dazurechnen. Meine Armreife sind ca. 4 cm breit und 5-8mm dick.


Auf dem Bild ist die Grobe Einteilung zu sehen, Pi mal Daumen aus dem "Dressing a Galaxy" abgeschaut.



ein bisschen mehr Detail....



darfs ein bissel mehr sein?



Jetzt geht es ans Ausgestalten der Flächen. In vielen Schritten füllt sich das ganze mehr und mehr mit Leben. Die Kreise sind durch das hintere Ende einer Kugelschreibermine entstanden, für andere Details haben ein Nagel und eine Stecknadel hergehalten. Man findet in jedem Haushalt genug kleine Helferlein die einiges an Effekt machen können, oft auch erst auf den zweiten Blick.





Nach der Gestaltung geht es ans Biegen. Dabei hab ich geflucht wie ein Knacki zur besten Stunde! Mein Lehrgeld habe ich gezahlt... ein mal war das Material zu dünn und der Armreif ist gerissen, beim nächsten Mal wurde das Muster so verzogen das es nicht mehr schön ausgesehen hat. Aber irgendwann hats dann geklappt und die Fimokunstwerke konnten in den Ofen.





Fertig! Auf den Bildern wirken sie sehr weit, das muss allerdings so sein, denn die Tuskenfrau trägt Handschuhe und darüber Stoffwickel um die Arme, die je nach Geschmack mehr oder weniger auftragen. Der Mittelweg zwischen zu eng und zu locker ist nicht gerade einfach. Ich werde mir wohl oder übel nochmal einen machen müssen, denn das Fimo hat nach häufigem tragen etwas nachgegeben und ich befürchte, dass ich einen der Reifen irgendwann verliere.

Im Vergleich mit den Armreifen im "Dressing a Galaxy" waren meine noch zu hell. Mit Games Workshop Farbe sind sie nun um einiges dunkler als auf dem Bild.

Zu guter letzt: Die Tuske in voller Lebensgröße... naja, beinah!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen