Dienstag, 27. März 2012

Schaf on Tour #1 - Dienstreise nach Ungarn

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Drum nähme ich den Stock und Hut und tät das Reisen wählen.
Matthias Claudius (1740 - 1815)

Letzte Woche war ich auf Dienstreise in Ungarn. Von Stuttgart aus ging es per Direktflug mit GermanWings nach Budapest. Ich war noch nie dort, also war ich ganz froh, dass mein mitreisender Kollege schon mal da war. Ich habe gedacht er kennt sich aus. Nun ja! Wir sind nach einem relativ ereignislosen Flug gelandet und er hat sich erst mal mit den Worten "Hier war ich noch nie" umgeschaut. Das macht Mut! Wenigstens hat sich der Pilot zuvor mit den Worten "und wir wünschen ihnen noch einen schönen Aufenthalt in BUDAPEST" verabschiedet. Nicht Bratislava oder Bukarest, er hatte Budapest gesagt. Als kleiner Tipp für Ungarnreisende: Der Flughafen in Budapest besteht aus zwei Terminals, die ca. 5 km auseinander liegen. Schaut euch also besser genau an von welchem ihr abfliegt bzw ankommt.

Das nächste große Hallo war am Autoverleih: Wir (Daimlerleut) haben tatsächlich eine A-Klasse bekommen, in rot. Das ist eine Seltenheit, sowohl die Tatsache, dass es ein Mercedes war, als auch der Fakt, dass das Auto nicht silbern, schwarz oder weiß war. Wir können Farbe! Juhuu!

Das Ziel unserer Reise war die kleine Stadt Kecskemet, ca eine Autostunde von Budapest entfernt. Dort wurde in den letzten zweieinhalb Jahren ein neues Werk aus dem Boden gestampft und es dauert nicht mehr lange, bis dort auch Autos vom Band gehen. Unsere Aufgabe war unter anderem die Schulung der Mitarbeiter vor Ort als auch das Abklären von letzten organisatorischen Kleinigkeiten. Ich möchte dich, oh Leser, nicht mit Einzelheiten langweilen, darum war es das zum dienstlichen Teil.

Die Abende nach der Arbeit sind eh interessanter. Ein mal sind wir Nachmittags nach Budapest gefahren und sind solange der Centrum-Beschilderung gefolgt bis wir ein Parkhaus gefunden haben. Die Ecke, die wir gesehen haben war nett. Viele große Altbauhäuser mit zum Teil echt schönen Fassaden, die leider oft unter Ruß nur zu erahnen waren. Von unserem Parkplatz bei einem Einkaufszentrum (Corwin oder so) sind wir bis zur Donau gelaufen. Ich wusste gar nicht, dass es dort auch eine Freiheitsstatue gibt. Da wir erst gegen halb sechs in der Stadt angekommen sind ist es recht schnell dunkel geworden, und wir haben uns ein nettes Lokal gesucht. Alles war in Ordnung... bis etwas geschehen ist, das ich nur aus schlechten Filmen kannte: Der Geiger und der Gitarrist sind aufgetaucht. Wir mussten uns das Lachen verkneifen, mein Kollege und ich sind kein Pärchen, auch wenn die Jungs noch so oft "Besame mucho" spielen. Normalerweise verziehen sich die Buben ja wieder wenn sie kein Geld bekommen, aber in dem Fall sind sie erst gegangen, als sie was bekommen hatten... Auch eine Taktik.

Ein paar Sorgen hatte ich im Vorfeld, da Ungarn ein "Fleischland" ist und ich Vegetarier bin. Die Sorgen waren unbegründet. Ich habe überall etwas essbares für mich bekommen und es war auch immer sehr lecker (also-2,5-Kilo-mehr-nach-einer-Woche lecker *hust*). Die Portionen waren groß, und nicht nur die essbaren. Mein bestelltes Glas Wein an dem Abend in Budapest entsprach ca. einer halben Flasche und das Bier meines Kollegen war ein Maßkrug voll. Von der 0,0 Promillegrenze in Ungarn haben wir erst am nächsten Tag erfahren. Oops.

An den anderen Tagen sind wir in Kecskemet geblieben. Eine Kleinstadt mit einem wirklich schönen zentralen Platz und ansonsten halt eine Mischung aus Ostblock-Plattenbau und netten Altbauten. Unser Hotel war direkt an einer Seite des Platzes, der von mehreren Kirchen umrahmt wird und auf dem weihnachtsmarktartige Büdchen stehen an denen man Dinge kaufen kann. Lustig: Mein Kollege hat gebucht, aber ich hab das größere Zimmer bekommen. Meins war in etwa Standard, seins war eher Jugendherberge. Sein Bad war der Abschuss: ca. 2 Quadratmeter dürfe es gehabt haben. Auf dem Klo sitzend konnte man sich gleichzeitig die Hände waschen und die Füße duschen. Der Duschschlauch ging vom Waschbeckenwasserhahn ab und der Föhn hing in ca 2 m Höhe ÜBER dem Spiegel.

An einem Abend waren wir mit ein paar Kollegen in einem Pub. Lustig wars und wir haben über viel geschäftliches (zu Anfang) und nicht so geschäftliches (danach) geredet. 2 Dinge mag ich gerne mit euch Teilen:
-Ihr seid nicht zu betrunken um aufrecht zu sitzen, ihr macht den Superman (Oberkörper flach auf dem Tisch, ein Arm vorn, Stirn auf Tischplatte).
-Wenn ihr zu besoffen seid um den Weg nach Hause zu finden dann bestellt einen Teleport. Das ist der Schnaps, den man trinkt und nach dem man automatisch in einem Bett aufwacht... vielleicht sogar im eigenen. Etwaige Kopfschmerzen und Schwindelgefühle liegen nur am teleportieren ;)

Ich hatte eine schöne Woche in Ungarn. Die Kollegen da unten sind nett und ich freue mich auf die Zusammenarbeit. Bis bald!

Szia Kecskemet, Köszönöm!

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