Freitag, 4. November 2016

Übers Fliegen in der Business-Class


Normalerweise macht man ja sowas nicht. Business kommt wahrscheinlich für die wenigsten normalverdienenden Menschen auch nur ansatzweise in Frage. Mir gehts privat ja auch so… die Mörderkohle, die ein Businessticket kostet, kann ich besser mit den Mädels auf Malle versaufen oder auf ner Con in Kram anlegen. Da hab ich am Ende mehr von (und wenn es nur ein Kater ist :-P)


Business Sitz bei Cathay Pacific - mein bezogener

Business Sitz bei Cathay Pacific -ein "frischer"

Ich bin in der glücklichen Lage, dass a) mein Brötchengeber mich gelegentlich ins Ausland schickt und b) bei Flügen mit mehr als 10 Stunden Reisedauer ein Businessticket bezahlt. Ist logisch, wenn man auf dem Flug entweder schon wieder am Laptop arbeiten oder auch gut pennen kann, dann ist der Jetlag nicht so groß bzw man ist schneller wieder fit um das zu tun für das man die Reise macht.


Route Frankfurt - Hong Kong

Fuzhou war für mich die 2. Reise in der Business-Class. Macht also 4 Langstreckenflüge mit 3 verschiedenen Fluglinien. Die Inlandsflüge sind eher uninteressant was das Angeht, da haben die Sitze mehr Beinfreiheit und das Essen ist ein bisschen anders, aber das ist eher unspektakulär.

Speisekarte

 
Businessclass geht schon am Flughafen los. Der Check-In hat meistens ein Extratürchen für First-, Business- und Vielfliegerbonusclubmitglieder, an dem die Schlangen um einiges kürzer sind. Die Mitreisenden waren bisher immer eine bunte Mischung aus Geschäftsleuten und anderem Volk. Der ein oder andere Rentner/Pensionär/Ruheständler ist dabei, mehr junge Leute als man denkt und eben das "Anzugträgervolk", dem das Blackberry am Ohr festgewachsen ist.

Loungesnack in Frankfurt

In allen Tickets war der Zugang zur Lounge der entsprechenden Fluggesellschaft beinhaltet. Man bekommt also beim Einchecken eine Einladung in die Lounge, oder man geht mit dem Ticket direkt zum Empfang. Lounges sind toll. Es gab bisher in allen ein Buffet mit Snacks oder warmem Essen, Getränke (auch Alkoholische wie Wein, Vodka, Whisky und Gin), Zeitungen/Magazine, freien W-Lan Zugang und Steckdosen satt.



Loungesnack in Frankfurt

Die Loungegröße und Ausstattung hängt von der Größe des Flughafens und von der Airline ab. In Stuttgart war die Lounge von KLM eher klein und gemütlich, dafür war sie in Amsterdam - der Heimatflughafen von KLM - so riesig, dass man sich drin verlaufen kann. Die Lounge von KLM in Amsterdam, die von Cathay Pacific in Hong Kong und die gemeinsame Flughafenlounge in Fuzhou hatten auch Duschen, die man bei längeren Umsteigezeiten nutzen kann. Wer in Hong Kong sein Gepäck nicht wiederbekommt, der braucht sich nicht um Duschgel, Handtücher und solchen Kram kümmern, es ist alles da was man so brauchen könnte (In den anderen vermutlich auch, aber da weiß ichs nicht sicher).

Damit der geneigte Businesskunde die Zeit optimal nutzen kann und nicht mit dem „normalen Tourivolk“ am Gate rumhängen muss werden die Boardings durchgesagt. Man packt also gemütlich seinen Kram zusammen, trinkt aus und geht zum Gate.

Am Gate angekommen ist man dann auch mit bei den Ersten die den Flieger betreten - warten? Aus dem Warten hat man sich quasi rausgekauft. Im Flieger steht dann die Crew oft schon mit einem Begrüßungsgetränk bereit - denn wenn der Gast schon Pegel hat, dann schläft er schneller. Oder so ähnlich. Es gibt meistens Sekt, Saft und Wasser, bei der Dragonair in China gabs einen Rosencocktail. Lecker.


Gin Tonic und Nüsschen

Bilder von den Businesssitzen hab ich schon gepostet… abartig geil, kann man nicht anders sagen. Man hat je nach Fluglinie ca 3x so viel Platz wie in der normalen Economy. Die Sitze kann man ganz flach machen, die Decke ist eine echte Decke und nicht so ein Fleecelappen etc.

Der nächste Rundgang der Flugbegleiter/innen bringt dann die Speisekarte, damit man sich seelisch schon mal auf die Fresserei vorbereiten kann und weiß was es zu trinken gibt. Man muss ja schließlich den Rotwein, der einen wegbügelt, beim Namen kennen. Dazu gibts von der Kollegin/dem Kollegen Nüssle und die 2. Getränkerunde - man könnte ja vertrocknen.


war lecker


Bescherung Nummer 4 beinhaltet dann ein kleines Täschle. Bilder von meinen bisher gesammelten sind angehängt, die sind halt nicht mehr vollständig. Da drin ist alles was man auf dem Flug so braucht (oder auch nicht, es ist immer ein bisschen unterschiedlich):

-eine Schlafbrille
-Oropax
-eine Zahnbürste + Zahnpasta, evtl Mundwasser
-Feuchtigkeitscreme
-Lippenpflege
-Socken/Frotteeslipper, damit man die Schuhe ausziehen kann
-ein Kamm
-ein Kuli

Täschchen von Cathay Pacific (was drin war sieht man ganz unten)


Wenn man es sich dann mal gemütlich gemacht hat, das Sicherheitsballett aufgeführt und der Vogel in der Luft ist, dann gehts auch schon mit dem Essen los. Weil man ja Stil hat kommt vor dem eigentlichen Essen eine Servicekraft vorbei, die einem eine Tischdecke auf den Klapptisch packt. Ja… Tischdecke… muss man nicht verstehen, vor allem weil bisher immer auf den Tabletts auch nochmal Deckchen waren.

Es war echt lecker

Flugzeugessen… schreib ich nix zu, ich häng Bilder von der letzten Reise dran. Die sprechen für sich.
...die Golddeko war schon... überflüssig, aber schön anzusehn

A propos Sprechen: Ich weiß es von meiner ersten Chinareise nicht mehr, aber bei der jetzt wurde ich von jeder Stewardess mit Namen angesprochen. Ohne Hilfszettel. OK, vielleicht nicht immer akzentfrei, aber mit „Riley" statt Rilli kann ich leben - fand ich schon nicht schlecht. Die höhere Flugbegleiterdichte in den vorderen Reihen macht sich schon bemerkbar, es steht immer mal wieder jemand da und fragt ob noch alles gut ist, ob man noch was haben will etc. Wenn man den kleinen „Kunde droht mit Auftrag“-Knopf drückt dann steht wirklich schnell jemand da.

Businesssitze auf dem Rückflug


Am Ziel angekommen waren dann die Koffer auch mit bei den ersten auf dem Kofferband. Dafür sorgt ein kleines extra Tag am Koffer auf dem „Priority“ oder sowas ähnliches steht.

Alles in allem: Business ist schon heftig toll. Ich bin gespannt, wie sich die Lufthansa und die Swiss bei meinem Brasilien-Flug nächsten Monat so anstellen

Eines der Täschchen von Cathay (das andere war grau, siehe oben. Gleicher Inhalt)

Täschchen von South China Airways vom letzten Jahr. Schlappen statt Socken

Täschchen von der KLM, auch vom letzten Jahr. Nicht mehr ganz vollständig.

Ein Trip nach China - Der Abschluss

China ist – so zum Abschluss

Weil Verallgemeinerungen zwar scheiße sind aber Spaß machen gibt’s jetzt meine. Ich weiß China ist groß, drum geht’s hauptsächlich um Fuzhou.

China ist – bunt

Von den lustigen Regenhäubchen und Wärmedecken auf den genauso bunten (elektro)Rollern über die tropischen Pflanzen (Fuzhou ist in etwa auf derselben Geographischen Breite wie Miami oder die Kanarischen Inseln… ganz grob) bis zu den unterschiedlichsten Leuchtreklamen, hier ist weiß die Farbe der Trauer und somit fehl am Platz.


China ist – taghell

Viele, viele, VIELE Leuchtschilder! Also Massenhaft! Alles Blinkt und LEDt vor sich hin. Kein Laden, der was darstellen will, ist ohne. Sogar die Hochhäuser in der Nähe des Hotels haben LEDs an der Fassade, die in alle Richtungen lustige Muster formen und im Takt blinken. Einzige Ausnahme: Scheinwerfer am Auto/Roller – solang der Fahrer was sieht braucht man die nicht. Gesehen werden? Hä?

China ist – laut

Und damit meine ich nicht, dass die Leute sich hier anschreien. Überall ist entweder Musik oder jemand macht eine Ansage. Viele der kleinen Geschäfte (hauptsächlich die mit Bekleidung) haben Lautsprecher vor der Tür stehen, die versuchen Kundschaft anzulocken… und weil man den Laden direkt nebendran übertönen will (oder zumindest nicht untergehen will) dreht man am Regler. Die Leute reden draußen sehr laut miteinander, ja, aber weil man sich sonst gegenseitig nicht versteht. Plus: Meine Hupe ist mein Freund. Auch bei den Tanztreffen im Park Abends ist die Box volle Lotte aufgedreht… der Strand von Mallorca ist ein Sch*** dagegen.


China ist – eine Stolperfalle

Nicht wundern, wenn irgendwas auf einmal im Weg steht. Die halbhohen Poller, die Autos von der Durchfahrt abhalten sollen, sind überall. Und auf einer Höhe, die irgendwie nicht in meinem Radar liegt. Dann gibt’s hier keine Schlaglöcher sondern Schlagschluchten. So manche Treppe wurde auch nicht nach Norm sondern per künstlerischer Freiheit konzipiert. Immer ein Auge auf dem Boden haben, das kann ich jedem hier nur empfehlen. Plus: Viele der Gehwegplatten sind aus marmorartigem Stein und werden bei Regen und Niesel extrem rutschig.


China ist – mit seinen Körperfunktionen im Reinen

Also nicht China sondern die (meisten?!) Chinesen. Rülpsen? Gerne! Ein Pups? Kein Ding! Nase hochziehen und in die Gegend spucken? Aber klar! Schmatzen? Sicher! Schlürfen? Wie soll Suppe mit Stäbchen sonst funktionieren! Nur Nase am Tisch putzen, das geht nicht. Dafür darf man sich kratzen wo’s grad juckt. Befremdlich am Anfang, aber das geht relativ schnell als Hintergrundrauschen unter. Manchmal sind „wir“ wahrscheinlich ein bisschen zu schnell pikiert – ist doch eigentlich alles ganz natürlich.


China ist – sauber

Ich rede nicht von der Luft (wobei Smog hier in Fuzhou kein Problem war) oder vom Wasser (die Brüh riecht manchmal… etwas strenger). Ich meine die Straßen und Gässchen. Wir sind hier einiges zu Fuß gegangen, und haben ganz selten mal Müll rumliegen sehen. Es gibt viele Straßenkehrer, die mit ihren Besen aus Ästen, Zweigen und Laub den Kram zusammenfegen. Auch an der Autobahn, ich bekomm das Bild nicht aus dem Kopf. Viele der Feger sind Frauen.

China ist – schmerzfrei

Auch hier meine ich viele der Einwohner. Das fängt im Straßenverkehr an, den man wahrscheinlich nur mit der Chaostheorie erklären kann, und geht beim Schwimmen in einem Fluss weiter, bei dem „uns“ wahrscheinlich beim ersten Eintauchen die Zehen abfallen würden. Essen? Solange es Beine hat ist es essbar, passt scho. Ich muss nach links, aber meine Fahrbahn geht gradaus? Egal, nehm ich mit dem Roller halt die Gegenfahrbahn. Die Ampel ist rot? Ich will da aber jetzt drüber, also fahr ich. Da ist Stau aber auf dem Radweg ist noch Platz? BRUMM.

China ist – draußen

Mein Eindruck von Beijing als auch von hier: Die Chinesen halten sich viel im Freien auf. In jeden Park und auf jedem größeren Platz trifft man sich. Man diskutiert, man spielt eine Art Schach/Dame, man tanzt oder singt zusammen. Ich hab das in meinem ersten oder zweiten Beitrag ja schon geschrieben. Was bei uns in Vereinsheimen stattfindet lebt man hier zusammen unter freiem Himmel aus.

China ist – müde

Ein Chinese kann immer und überall ein Nickerchen machen. Auf einem Sofa im Einkaufszentrum, im Linienbus, mit dem Kopf auf dem Tisch im Starbucks, quer über die Parkbank. Kein Problem. Powernapping hat hier bestimmt ein eigenes Schriftzeichen.


China ist – freundlich

Der Stereotyp vom lächelnden Chinesen hat zumindest auf dieser Reise voll ins Schwarze getroffen. Jeder den wir getroffen haben war freundlich und wirklich bemüht uns weiterzuhelfen. Sei es die Angestellten des Hotels, die Bedienungen in den Restaurants, die Kollegen im Werk, unsere Fahrer oder die Passanten auf der Straße, die uns freudig die 2 Brocken Englisch entgegengeschmettert haben, die sie kennen… Sprachbarriere hin oder her, die Leute sind supi.


... ja, ich hatte im Flieger neben dem filmkucken noch ein bisschen Zeit. und die Tastatur vom Pad ist doof für längere Texte.



Ein Trip nach China - Teil 3

China, der letzte Tag

Ging irgendwie verdammt schnell vorbei. Schade einerseits, andererseits ist es verdammt anstrengend wenn man weder Sprache noch Schriftzeichen erkennt (wobei... ich kenne mittlerweile 6). Klar, es ist spannend, wenn man nicht genau weiß was man eigentlich bestellt hat (auf Bildchen zeigen ist immer so eine Sache), aber trotzdem, es ist ganz angenehm wenn man Huhn liest, Huhn auf nem Bild sieht, Huhn bestellt, der Kellner Huhn versteht und dann auch tatsächlich Huhn auf dem Teller liegt.
Gestern hatten wir frei darum gabs keinen Eintrag. Der Fahrer heute hat dafür (erst leise, dann mutiger) bei seinen MP3s mitgesungen. Auch „schön“.

Echt tolle Landschaft


Nach einem ausgedehnten westlich ausgeprägten Frühstück im Hotel, weil ich morgens noch keine Nudelsuppe, tausendjährige Eier, Dim Sum oder Oyster Cakes haben mag, sind wir losmarschiert. Eine Richtung aussuchen und so lange geradeaus bis man was interessantes findet. Der Kollege war schon ein paar Mal da, also sind wir zielgerichtet in die grobe Gegend gestiefelt, von der er gemeint hat, dass sie schön sein könnte. Ich hoff das macht Sinn.

Keine Roller... geil.


Keiner von uns ist auf zu Fuß gehen allergisch (er läuft zum Spaß Halbmarathon…), also sind wir erst mal ne gute Stunde an den kleinen Klamottenläden, Kiosken und Futterbuden entlang gegangen. Todesmutig über die Kreuzungen und so… das Geheimnis scheint zu sein, dass du auf die vor dir achtest, nach dir die Sintflut, die hinter dir schauen dafür auf dich. Bleib nicht stehen oder werd arg langsamer, das bringt die Einheimischen aus dem Konzept.

tolle Statuen... und ich.


Nach ca einer Stunde sind wir in eine Art Fußgängerzone gekommen, die Nanhou Street (http://www.chinatravel.com/fuzhou-attraction/nanhou-street/). Autos, Fahrräder und Roller müssen draußen bleiben, gut für mein Adrenalinlevel. In der Straße waren wohl früher mal die Anwesen berühmter Generäle etc. Heute ist es eine typische Touristenstraße, in der rechts und links viele kleine Geschäfte mit Souvenirs untergebracht sind (Essbares, Klamotten, Spielzeug oder Kosmetik). Zwischen den ganzen Hochhäusern hier in Fuzhou sind die maximal 2-geschossigen Gebäude in altchinesischer Bauart eine tolle Abwechslung.

vor einem Kino (?!) lief open air "Moderne Zeiten" mit Charlie Chaplin
The Rock aus The Wax mit The Spielzeugwumme.


Durch die Straße durch wollten wir in den „da vorne müsste noch irgendwo ein echt schöner Park sein“-Park gehen. Den Park gab es dann auch, gefunden haben wir ihn aber erst, nachdem wir quasi dran vorbei gelaufen sind. Kunststück, der Park ist riesig. „Hier müsste irgendwo ein Eingang sein“… jau… wir sind klassisch am Ziel vorbei gelatscht (wobei die Allee echt nett war) und dann halt von der hinteren Seite rein.




„Echt schön“ trifft es ganz gut. Der Xihu- Park (http://www.chinatouronline.com/…/fu…/west-lake-park_812.html) verbindet mehrere Flüsse, Seen und Inselchen miteinander. Überall stehen kleine bis mittelgroße Pavillions und superschöne Banyan-Bäume (https://de.wikipedia.org/wiki/Banyan-Feige). Leider hatten wir kein Glück mit dem Wetter. Der Nieselregen hat uns den ganzen Tag begleitet… bei ca 25 Grad war es aber erträglich. Überhaupt: Die Einheimischen haben gefroren, für uns waren es endlich mal „normale“ Temperaturen. Dank des Wetters hatten wir auch den Park beinah für uns. Es gibt noch ein Riesenrad, Autoscooter und anderes Zeug für Kids und Kindsköpf, aber die hatten größtenteils geschlossen. Wahrscheinlich weil hier vor knapp 2 Wochen erst 2 größere Taifune durchgewirbelt sind.

Verstecken Spielen hinter den Luftwurzeln einer Banyanfeige


Der Rückweg hat uns dann doch wieder durch die Nanhou Street geführt, warum auch nicht, da wars schön und von der anderen Seite schauts doch eh wieder anders aus… außerdem ist die Gefahr sich zu verirren nicht ganz so groß, wenn man denselben Weg nimmt. Die Straßenschilder sind zwar zweisprachig, aber Stadtpläne sind was für Anfänger. Außerdem haben wir auf dem Hinweg ganz übersehen, dass es in der Straße einen Starbucks gibt… wäre eine SCHANDE gewesen, wenn wir den übersehen hätten *g*. Jedenfalls war der Kaffee gut und das W-Lan trotz/mit allen landesbedingten Einschränkungen offen.

Who's da man???


Weils Sonntag war, wir an dem Tag insgesamt 17 km gelaufen sind und weil wir es können haben wir uns noch je ein Stück Kuchen gegönnt. Eine quietschgrüne Matcha-Mohn Bisquitrolle. Lecker! Das mit dem Namen auf dem Becher war übrigens auch zum Schießen... nach dem MAN von MANFRED hat der Barista aufgegeben, meinen Becher haben wir unbenamt gelassen. Ist ja auch nicht so als würden mir nicht auffallen.



Nach der Kaffeepause hatte der Kollege dann genug und hat sich in Richtung Hotel verabschiedet und ich bin allein noch ein bisschen durch die Läden und Gassen gestiefelt… schließlich hatte (!) ich noch Geld und zurücktauschen ist lästig. Ich hab in einem der Läden Jasmintee gekauft und noch anderen Süßkrams für die Kollegen daheim bzw die Not-Con (Disclaimer: Es ist gut, dass ich den größeren Koffer mitgenommen hab).

Keine Ananas... Sepia.


Zurück im Hotel (ich hab mich auf dem Rückweg nur einmal ganz kurz verlaufen) war Kofferpacken angesagt. Danach wollte ich noch ein bisschen planschen gehn. Betonung auf wollte. Der Sport- und Wellnessbereich des Hotels ist großartig. Das Gym hat nicht nur das übliche Kardiozeug sondern auch Hanteln und andere Kraftdinger… und nen Tennisplatz. Der Pool ist riesig, mit einer 25m Bahn und die Umkleiden können locker gegen alles anstinken, das ich bisher an entsprechenden Hotelbereichen gesehen hab. Ich also rein in den Poolbereich und den großen Zeh ins Wasser gehalten. Prompt pfeift mich der Bademeister(!) an und deutet höflich auf ein Schild: Benutzung des Pools ist aus hygienischen Gründen nur mit Badekappe erlaubt… woher nehmen wenn nicht stehlen? Dann eben nicht! Kulturelle Unterschiede olé und es ist ja nicht so, dass wir uns an dem Tag nicht bewegt hätten.

Lecker Schwan.


Auf der Jagd nach nem Abendessen sind wir in einem chinesischen Steakhouse gelandet. War OK, aber die anderen Abende wars besser.

Heut Abend um halb 9 geht der Flieger zurück, umsteigen in Hong Kong und gegen halb 1 heut Nacht sollte Cathay uns wieder nach Frankfurt bringen. Von da mit dem ICE nach Stuggi und mit dem Taxi heim... schau mer mal

Ein Trip nach China - Teil 2

Neuer Tag neues … Ding

Ich hab noch nie ein ernsthaftes Reisetagebuch geschrieben, aber irgendwie geht das hier ein bisschen in die Richtung. 



Heute ist Samstag, also der Tag, an dem nach unserer großen Aktion (der Grund der Reise) die Produktion wieder anläuft. Bisher waren wir beinah alleine, heute sind wieder Leute da. Eigentlich ist zumindest im Bürobereich alles wie bei uns auch. Kleiner Unterschied, es gibt weniger Einzel- sondern hauptsächlich Großraumbüros. Bei den Amis würde man es „Cubicle“ nennen, aber die Zwischenwände sind nicht so hoch. Die Teamleiter sitzen auch auf der Fläche, die unterste Ebene mit eigenen Büros scheinen die Abteilungsleiter zu sein… meine Interpretation, ganz genau steig ich durch die Hierarchieebenen nicht durch.



Lustig finde ich, dass die Damentoiletten in rosa gehalten sind und die Buben in himmelblau Pipi machen. Es gibt bei den Mädels 2 Arten von Toiletten: Normale Sitzklos und diese "Stell deine Füß rechts und links drauf, schaff die Klamotten aus dem Weg, geh in die Hocke und lass laufen"-Dinger. Im Toilettenvorraum hängen 2 kleine Schildchen mit „Motivationssprüchen“ – 2 Sprachig, wie alle Schilder hier im Werk. Über der Eingangstür zum Verwaltungsgebäude hängt übrigens ein LED-Laufband, auf dem auch solche Parolen durchlaufen.


Super Sache: Es gibt hier einen Stillraum oder „nursery room“ laut Türschild. Hier arbeiten viele junge Leute, und einige der Frauen sind in letzter Zeit Mama geworden. In dem Zimmer stehen mehrere, vermutlich ausrangierte oder sonst nicht für die Produktion geeignete, Sprintersitze (hier werden Sprinter und V-Klassen gebaut). Alle haben Armlehnen und man kann um die einzelnen Plätze Vorhänge zuziehen.

In den Fabrikhallen war ich noch nicht, das kommt vielleicht am Montag noch. Bisher weiß ich nur, dass die Arbeitsklamotten himmelblau sind und der Schnitt an Altherrenpyjamas erinnert… so wie man die klassischen chinesischen Arbeitsanzüge halt kennt, kurzärmelig, weils hier sch*** heiß ist. In den Büros ist es ähnlich wie bei uns, die Mädels in Rock/Hose und Bluse (ein Teil der Damen könnte wunderbar bei Modeschauen teilnehmen), bei den Buam geht der Trend zum Polohemd mit Firmenlogo.

Kantine. Lecker. Details? Gern. Anders als letztes Jahr in Peking gibt’s hier keine Blechtabletts mit vorgeformten Schüsseln, sondern normale Tabletts, auf denen die Schüsselchen und Tellerchen zusammengesammelt werden. Kassiert wird nach Tellerfarbe. Es gibt Reis mit verschiedenen Gemüsen/Sprossen und Rind/Schwein/Huhn/Fisch zur Auswahl. Wer mag kann sich noch Gemüse-Tofu Suppe holen. Günstig ist es auch… Weniger als 20 RMB für 2 Leute, also knapp 3 Euro. Man muss halt damit leben, dass das Essen nur lauwarm ist. War in Peking auch so. Es gibt eine Theke mit „western food“, aber wenn ich schon die Chance auf authentisch chinesisches Essen hab, dann nutz ich die auch. Kantine hat nie Gourmet-Standard, aber das muss ja auch nicht, gut wars. Übrigens hing ein Fernseher drin, der irgendein Tennisspiel übertragen hat, und die Motivationssprüche an der Wand gabs auch. Andere diesmal – dabei war auch ein Hinweis, auffälliges Verhalten zu melden.



Wenn man so vor das Firmengelände schaut, dann kommen die Meisten mit dem Elektroroller zur Arbeit. Auf den Dingern (hab ich ja schon mal geschrieben) spielt sich so ziemlich das halbe Leben ab. Gefühlt zumindest. Die Teile scheinen hier das klassische Fahrrad so gut wie abgelöst zu haben. In meinen Augen lustig ist vor allem das Zubehör. Standard sind fest montierte Handschuhe am Roller, das haben die meisten. Die Teile sehen so aus wie die Topflappenhandschuhe, die man bei uns benutzt. Muss wohl beim Fahren auch sein, weils sonst an den Fingern vom Fahrtwind ganz schön frisch werden kann… Normale Motorradhandschuhe oder überhaupt Schutzkleidung hab ich hier noch keine gesehen. Auch Helme sind eher modisches Accessoire, wenn 10% der Fahrer einen Tragen ists viel.



Der nächstgrößere Luxus am Mopped ist dann so eine Art stabile Fleecedecke. Die Topfhandschuhe gehen in eine festere Decke über, die zwischen Lenker und Fahrer bis zu den Fußrasten reicht, um den Fahrtwind abzuhalten. Die gibt’s in den unterschiedlichsten Farben und Mustern, und macht den Straßenverkehr schön bunt. Wenn es regnet, dann haben die meisten so eine Art Regenponcho an, der vorn über den Lenker, an den Seiten bis zu den Fußrasten und hinten bis knapp unter die Sitzbank geht. Vor dem Scheinwerfer ist ein transparentes Teil und das Gesicht ist frei… da passen ca. 4 Paar Füße drunter, wenns sein muss (hab ich gesehen, war aber mit dem Handy zu langsam. Die Roller sind fix). Gebastelt wird an den Dingern natürlich auch! Ich hab einen Roller gesehen, auf dem der Fahrer nicht weniger als 3 Sonnenschirme aufgespannt hat, weils geregnet hat. Draht und Kabelbinder bringen einen hier unheimlich weit.


Ein Trip nach China - Teil 1

Ich glaub ich muss erst mal meinen Blog abstauben. Sorry, du armes, vernachlässigtes Medium. Tut mir leid! Ich wollte dich nicht ignorieren, aber es kam einfach immer wieder was dazwischen. It's not you, it's me.

Genug der Schleimerei.

Ich war vor ein paar Wochen auf Dienstreise in China und hab dazu einige Facebookbeiträge geschrieben, die sich eigentlich auch wunderbar hier machen würden. Darum werd ich die jetzt einfach hier rein kopieren. Die faulste Art des Bloggens, aber egal. Viel Spaß beim Lesen!

Neue Mittagspause, neues Glück.

Gestern (6. Oktober 6) war ein lustiger Tag. Durch die Golden Week, die morgen zu Ende geht, waren wir quasi allein im Werk (nur 2 andere IT-ler und der Werkschutz sind da). Wir werden jeden Tag am Hotel von einem Fahrer abgeholt, so eine Art Taxi nur mit Festpreis pro Route. Ins Büro brauchen wir ca 45 Minuten.

Blick aus dem Taxi. Typische Wohnhochhäuser.


Autofahren hier ist für Standardmitteleuropäer eine abenteuerliche Angelegenheit. Unser Fahrer ist absolut schmerzfrei, eine Hand am Handy, die andere an der Hupe und durch, währenddessen lief Musik, die ich nur mit chinesischem Techno beschreiben kann. Klingt witzig.

Die Hupe hier ist übrigens eines der wichtigeren Autoteile, allerdings eher im Sinne von „hey, ich bin übrigens hier neben dir, falls du mich nicht siehst, dann hörst du mich jetzt“ und nicht im Sinne von „jetzt komm ich, geh weg“. Ist gewöhnungsbedürftig aber nötig, weil jeder an jedem auf jeder Seite vorbeifährt.

Landschaftlich ist die Gegend echt schön.


Die Fahrbahnmarkierungen sind auch eher gut gemeinte Hinweise, auf einer 3-4 spurigen Autobahn kann es gut passieren, dass auch mal 6 Fahrzeuge plus ein Roller/Mofa nebeneinander fahren. Ja… auch Roller und diese Mopedrikschas fahren auf der mehrspurigen Straße. Im Stadtgebiet auch gerne mal entgegen der Fahrtrichtung. Heute Morgen hat da übrigens auch einer in aller Seelenruhe den Fahrbahnrand der Autobahn gekehrt, während neben ihm der Verkehr vor sich hin gehupt hat.

Ein wilder Schwarm Roller im Regen.

Abends war dann erst mal bummeln bzw. Shopping angesagt. Für die Not-Con Ende des Monats hab ich in einem der typischen Kramsläden am Straßenrand Süßzeug gekauft. Bisher hab ich noch die Finger von den eher ominösen Sachen gelassen, aber ich hab ja noch ein paar Tage. Auf den Verpackungen sind zumindest Bilder von Obst drauf… vielleicht kauf ich noch was mit nem Schwein, Rind oder nem Tintenfischbild. Mal schaun wer sich dann traut (Disclaimer: Ich nicht).

Mystery-Meals. Aber alles war lecker.


Wir sind hier übrigens schon einiges gelaufen, gestern waren es laut meinem „Schrittzähler“ im Telefon 9 km, vorgestern 18. Kam mir aber nicht so weit vor… wahrscheinlich weil ich, wie der klassische Touri, völlig fasziniert von der Umgebung war. Es ist nur schade, dass das Wetter nicht so dolle ist. Es sind zwar knapp über 30 Grad, aber es regnet immer wieder. Sämtliche Haarstylingversuche, die über Bürsten und zusammenbinden rausgehen, hab ich eingestellt. Wenn es nicht grad regnet oder tröpfelt kann man die Luft beinah trinken. Ich hab übrigens außer mir und meinem Kollegen seit dem Flughafen keinen „Westler“ mehr gesehen (Im Flieger war noch ein anderer). Die Kinder beim Frühstück waren fasziniert von uns Langnasen, und mussten von den Eltern ans Essen erinnert werden *g*

Bunte Lampen überall.


Abendessen gestern war auch ein Abenteuer. Wir haben uns in einem Einkaufszentrum ein Restaurant gesucht (weil die typischen Garküchen zwar lecker aussehendes Zeug machen, uns aber der Mut fehlt… noch). Wir sind dann in einem echt schönen Ding gelandet, das Bildchen auf der Speisekarte hatte. Die Bedienung war nett, und zusammen mit ihren Kollegen und einem anderen Gast wurden genug Englischkenntnisse rausgekramt um sich ein bisschen zu unterhalten. Witzig: This is our special-tea, it is a specialty, keine Ahnung was da drin war.


 




Das Essen war super, wir haben uns an relativ Bekanntes gehalten (also Rind und Fisch). Auf der Karte standen auch frittierte Insekten und gebackener „bullfrog“, Mahlzeit. Es ist übrigens nicht einfach, einen Fisch mit Stäbchen zu sezieren. Ich will gar nicht wissen was die Einheimischen gedacht haben. Unser… Stäbchenstil?!.. hat auf jeden Fall für Erheiterung gesorgt (auch bei uns). In dem Fall war die chinesische Sitte, immer was auf dem Teller übrig zu lassen ein Segen *g*. Absolut verliebt hab ich mich in Rosenplätzchen. Blätterteig gefüllt mit Rosenblättern, frisch aus dem Backofen, also warm. Die Dinger rochen und schmeckten Himmlisch!



Bei dem Shirt (siehe Bild) musste ich lachen. Manche lassen sich ne chinesische Speisekarte tätowieren (wer weiß schon immer, ob die Zeichen das bedeuten was man denkt), hier in China druckt man sich gelegentlich zusammenhangslose Englische Brocken aufs Hemd.